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Der Knöchel – So fragil und doch so wichtig

Als Knöchel wird umgangssprachlich das Bindeglied zwischen dem Fuß und dem Bein bezeichnet. Allerdings entspricht das nicht ganz der Wahrheit, da es in jedem Bein zwei Knöchel gibt und diese gemeinsam nur Teil eines Gelenkes sind, welches das eigentliche Bindeglied darstellt.

Aufbau des Knöchels:

Die beiden Knöchel, nämlich der Innenknöchel und der Außenknöchel bilden zusammen mit dem Talus (oder auch Sprungbein) das sogenannte obere Sprunggelenk. Dieses Gelenk, das zu den Scharniergelenken gezählt wird, gehört anatomisch gesehen zum Unterschenkel, da der Innenknöchel eigentlich ein Teil des unteren Schienbeins ist. Zur Stabilisierung werden die Knochen des Sprunggelenks mit Sehnen, den sogenannten Innen- und Außenbändern stabilisiert, welche wiederum die Knochen mit den Muskel des Unterschenkels verbinden.

Funktionsweise:

Der Knöchel bzw. das Sprunggelenk hat die Funktion, einen Fuß zu heben und zu senken. Dabei bilden der Innen- und der Außenknöchel vereinfacht ausgedrückt die Gelenkpfanne und der Talus die Kugel, die in dem Gelenk bewegt werden kann. Durch die Außen- und Innenbänder dient das Sprunggelenk dazu, den Fuß zu heben, zu senken und so beispielsweise sich auf die Zehenspitzen zu stellen oder den Fuß beim Laufen abzurollen. Damit ist der Knöchel ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Ganges, da ohne ihn der Fuß bei einer Beinbewegung nicht horizontal zum Boden ausgerichtet werden könnte und der Fuß nur steif absetzbar wäre. Aber auch für viele Sportler ist das Sprunggelenk sehr wichtig. Wenn ein Fußballer beispielsweise einen Ball schießen will, dann muss er in der Regel den Fuß eindrehen. Durch eine Muskelanspannung werden die Bänder am Gelenk verkürzt, wodurch der Fuß leicht nach Außen gedreht werden kann.

Probleme des Knöchels:

Aufgrund seines Aufbaus ist das Sprunggelenk sehr anfällig für Verletzungen. Denn obwohl das Gelenk für die Beweglichkeit des Fußes verantwortlich ist, sind die Bewegungsspielräume begrenzt. Wird ein Fuß über diese Limitierungen hinaus gedreht, werden die Bänder des Knöchels überdehnt oder reißen im schlimmsten Fall vom Muskel ab. So eine Bänderdehnung bzw. ein Bänderriss ist eine typische Sportverletzung bei Joggern und Fußballern. Aber auch Frauen, die viel auf High Heels laufen, kennen diese Form der Verletzung. Denn wenn sie mit den Heels umknicken oder ein Absatz wegbricht, kommt es oft dazu, dass sie sich umgangssprachlich den Knöchel verstauchen, also die Bänder des Sprunggelenks überdehnen. Wesentlich schlimmer ist es, wenn zu viel Druck auf den Knöchel ausgeübt wird. Bekommt man beispielsweise einen Tritt in der Region des Sprunggelenks, kann es zu einer Sprunggelenkfraktur, also einen Bruch einer oder alle Knochen im Gelenk kommen. Damit diese Verletzung ausheilen kann, darf der Fuß mehrere Wochen lang nicht bewegt werden. Andernfalls könnte sich der Talus nicht mehr richtig im Gelenk drehen, was zu einer teilweisen oder vollständigen Behinderung des Fußes führen kann.

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