Ratgeber

Fußpflegeprodukte: unangenehmen Geruch gezielt bekämpfen

Starkes Schwitzen an den Füßen kann sehr unangenehm werden – nicht nur für den Betroffenen. Wodurch entsteht schlecht riechender Schweiß an den Füßen und welche Fußpflegeprodukte helfen am besten?

Eigentlich ist Schwitzen eine gesunde und lebenswichtige Körperreaktion. Gerade in den Sommermonaten sorgt es dafür, dass der Körper durch das Verdunsten der salzigen Körperflüssigkeit abkühlen kann. Auf diese Weise kann der Organismus seine Temperatur selbstständig regulieren und sich vor Überhitzung schützen. Die Flüssigkeit, die aus den Poren der Haut dringt, besteht vor allem aus Kochsalz und Wasser. Ein schlechter Geruch entsteht dann erst, wenn Bakterien, die sich auf der Oberfläche der Haut befinden, hinzukommen und den Schweiß zersetzen. Besonderes, wenn dicke Kleidung oder geschlossene Schuhe den Schweiß am Verdunsten hindern, entsteht ein besonders stechender Geruch.

Hilfreiche Schweißbremsen: Fußpflegeprodukte mit porenverengenden Substanzen

Viele Menschen leiden darunter, größere Mengen an Schweiß abzusondern, als für die Regulierung der Körpertemperatur notwendig ist. Diese übermäßige Schweißproduktion nennt sich Hyperhidrose und tritt besonders stark vor allem an den Händen, Achseln oder an den Füßen auf. Dies kann vor allem an den Füßen unangenehm werden, wenn zum Beispiel beim Eintritt in ein Haus die Schuhe am Eingang abgestellt werden sollen.
An warmen Tagen lässt sich eine Geruchsbildung an den Füßen durch das Tragen offener Schuhe sehr gut vermeiden. Denn dadurch kann die Haut atmen, und der Schweiß erhält die Möglichkeit, direkt zu verdunsten. An kühleren Tagen helfen Fußpflegeartikel mit antibakteriellen Substanzen wie etwa Triclosan, die Geruchsbildung an den Füßen zu vermeiden. Außerdem sorgen Präparate zur äußeren Anwendung dafür, dass sich die Schweißporen verengen. Diese Arzneimittel lassen sich – je nach Wirkstoff – in drei Kategorien unterteilen:

  • Salben oder Gels mit Aluminiumsalzen und antibakteriellen Inhaltsstoffen (wie zum Beispiel Ansudor)
  • Salben mit Aldehyen (zum Beispiel Antihydral-Salbe)
  • Gels oder Fußbäder mit Gerbstoffen wie etwa Tannolact

Als Therapie gegen verstärkte Schweißbildung an den Füßen verschreibt der Arzt zumeist eine Creme oder ein Gel mit dem Metallsalz Aluminiumchlorid. Das Fußpflegeprodukt soll möglichst abends direkt vor dem Schlafengehen aufgetragen werden, da zur Schlafenszeit auch die Schweißdrüsen ihre Aktivität senken und der Wirkstoff besser eindringen kann. Als Präparate mit stärkerer Wirkung empfehlen sich Salben oder Gels mit Aldehyden oder Gerbstoffen. Sie verschließen ebenfalls die Poren der Schweißdrüsen und sorgen so für eine verminderte Schweißproduktion.

Langfristiger Erfolg durch weitere Maßnahmen

Die Behandlung mit Fußpflegeprodukten gegen starkes Schwitzen an den Füßen ist in den meisten Fällen nur in Kombination mit anderen Maßnahmen erfolgreich. Eine wichtige Voraussetzung für die gezielte Behandlung ist der Besuch beim Facharzt. Nur er kann diagnostizieren, ob eine das übermäßige Schwitzen zum Beispiel stressbedingt ist oder ob eine andere Grunderkrankung vorliegt. Dies könnte etwa eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetis sein, aber auch eine Hormonstörung oder eine Schildrüsenüberfunktion. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann für starkes Schwitzen an den Füßen verantwortlich sein. In vielen Fällen wird auch eine Veranlagung für das Schwitzen an bestimmten Körperregionen als Ursache festgestellt. Auch hier gilt als Auslöser eine besondere Anspannung des Nervensystems: also Stress. Neben der Anwendung wirksamer Fußpflegeprodukte raten die Fachärzte deshalb zum Erlernen verschiedener Entspannungsmethoden. Autogenes Training, Yoga oder die Muskelentspannung nach Jacobson haben sich auf Dauer als gute Anti-Stress-Programme bewährt.
Fußpflegeprodukte können bei Schweißfüßen helfen
Fußpflegeprodukte können bei Schweißfüßen helfen
Eine weitere Erfolg versprechende Therapie ist das Gleichstrom-Wasserbad, auch Leitungswasser-Lontophorese genannt . Bei dieser physiotherapeutischen Methode werden die Füße in eine flache, halb mit Wasser gefüllte Plastikwanne getaucht. Die Elektroden, die über ein Kabel mit einem Generator verbunden sind, sorgen langfristig für eine Irritation des Nervensystems, sodass oft schon nach einem halben Jahr eine deutliche Verbesserung festgestellt wird. Des Weiteren kann die Behandlung mit Fußpflegeprodukten durch Salbei- und Kampfertees ergänzt werden. Von der Einnahme von Medikamenten wie zum Beispiel Anticholinergika sollte allerdings abgesehen werden, da sie das vegetative Nervensystem häufig zu sehr dämpfen. Als Nebenwirkungen dieser Präparate können Müdigkeit, Übelkeit oder auch Herzrhythmusstörunge auftreten.
Bildquelle: bigstock ID 78552710 by Artem Furman

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