Prävention gegen Schweißfüße / Ratgeber

Stricksocken vs. Baumwollsocken – Die Schweißfußchallenge

In der Socken-Community tobt schon seit Urzeiten der Kampf zwischen den Anhängern von Stricksocken und den Anhängern der Wollsocken. Wer im diesen Battle of the Socken argumentativ die Nase vorne hat, möchte der folgende Artikel möglichst neutral darstellen.

Am Anfang war die Wolle

Socken begleiten die Menschen schon seit tausenden von Jahren. Schon die alten Römer kannten Socken (und unser Wort „Socke“ stammt auch vom lateinischen Begriff „Soccus“, zu Deutsch Schlupfschuh). Noch heute bezeichnet man im Thüringer Wald einen Hausschuh als Socke. Außerdem hat man heutzutage die Auswahl zwischen einer Fülle an Socken und Söckchen.

Socken wurden zunächst aus Wolle, d.h. aus Tierwolle von vor allem Schafen etc. gefertigt. Die Baumwolle, welche aus Baumwollpflanzen in Indien, Afrika und Amerika gewonnen wurde, war zunächst in Europa ein Luxusgut. Erst im 17. Jahrhundert wurde sie durch die Ostindien-Compagnie der Engländer gegen den massiven Widerstand der dortigen Wollproduzenten großflächig eingeführt. Seit damals wird die Baumwolle auch zur Herstellung von Socken verwendet und man hat als Käufer die Wahl zwischen Strick- und Baumwollsocken.

Vor- und Nachteile von Stricksocken

Es gibt vieles was für und nur wenig, was gegen Stricksocken spricht: Socken aus Schafswolle sind wärmend (oder haben, wissenschaftlicher ausgedrückt, eine natürliche Thermoregulations-Eigenschaft, d.h. sie speichern Wärme). Baumwollsocken dagegen lassen die Füße, wenn es heiß ist, verschwitzt werden, und wenn es kalt ist, kalt.

Zudem kann Schafswolle viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne nass zu werden; im Gegensatz zur Baumwolle, die, einmal feucht geworden, nur langsam trocknet und so zu Blasen u.a. führen kann.

Außerdem sind Socken aus Schafswolle atmungsaktiv, d.h. man schwitzt in ihnen weniger.

Wolle hat zum einen eine natürliche Selbstreinigungsfunktion (d.h. aufgenommener Geruch wird wieder an die Umgebung abgegeben), zum anderen wird Schweiß vom Material chemisch gebunden und neutralisiert. Schon nach kurzem Lüften riecht eine Stricksocke wieder frisch (im Gegensatz zur Baumwollsocke, in welcher man wie gesagt auch mehr schwitzt).

Stricksocken bieten desweiteren aufgrund der Dicke und Struktur im Regelfalle einen besseren Schutz sowie eine bessere Unterstützung für Füße und Knöchel als Baumwollsocken. Oft wiegen sie etwas mehr als Socken aus Baumwolle und kosten leider auch meist mehr. Dafür aber weisen sie für gewöhnlich eine höhere Qualität in der Verarbeitung auf.
Als Nachteile fallen theoretisch noch zwei weitere Dinge ins Gewicht: Zum einen kann Wolle fusseln (wie jeder Wollteppich- oder Hundebesitzer bestätigen kann), zum anderen kratzen (was umgekehrt bei Baumwolle so gut wie nie der Fall ist). Allerdings verhindert heute eine spezielle Behandlung der Wolle das Kratzen in jedem Falle und die Verarbeitungsqualität lässt Wollsocken auch nicht fusseln. Insofern sind die beiden Nachteile wie erwähnt nur theoretischer Natur.

Wo bekommt man weitere Informationen – und vor allem gute Socken?

Üblicherweise geben Hersteller an, aus welcher Wolle die Socken hergestellt sind. Auf Anfrage sollte man auch erfahren können, woher genau der Stoff bzw. das Garn stammen. Immer mehr Angebote findet man im Netz von Herstellern, die selbstgestrickte Socken zum Verkauf anbieten (darunter viele mit oft sehr schönen Mustern). Für gewöhnlich geben solche Hersteller auch an, welches Sockengarn sie verwendet haben.

Socken selber zu stricken ist sowieso ein Trend, der seit einigen Jahren bei uns wieder Einzug gehalten hat. So kann man das Design und die Farben selbst auswählen. Durch spezielle Pasten zum Auftragen kann man die Socken auch rutschfest machen, so dass sie sogar als Hausschuhe verwendet werden können.

Populär geworden ist bei Freunden der Wärme auch das Verwenden von Kamelhaar, da dieses die Wärme noch besser isoliert als es bei Schafswolle der Fall ist. Auch Socken aus Lamawolle sind hierzulande deswegen bekannter geworden. Bei größeren Herstellern gibt es außerdem für gewöhnlich spezielle Wollsocken als Wintersocken zu kaufen.

Was ist für den Fuß zu empfehlen?

Gute Stricksocken verfügen zusammengefasst über fünf Eigenschaften: Sie sind

  • Wärmend
  • Bequem
  • Nicht zu dick
  • Atmungsaktiv
  • Und Feuchtigkeitsabsorbierend

Damit die Socken richtig sitzen, wird heutzutage deshalb extra feine Wolle verwendet oder eine Polyestermischung beigefügt (die 30% des Anteils nicht überschreitet).

Für sportliche Aktivitäten wie Wandern oder Skilanglauf sollte man Stricksocken indes nur verwenden, wenn sie aus hochwertigem Material hergestellt und qualitativ top gefertigt wurden. Bei Socken mit grobem Strickmuster können Probleme auftreten, da die „härteren“ (im Vergleich zu Baumwoll- oder Kunstfasersocken) Stricksocken zu Druckstellen, Blasen etc. führen können.

Dafür sind sie aber wie erwähnt für die Winterzeit besser geeignet, um die Füße zu wärmen und Schweißfüße zu verhindern. Und je feiner die Verarbeitung und das Material, desto besser sitzen sie.

And the winner is… Stricksocken!

Kurz gesagt: Im Battle oft the Socken führen die Strick- vor den Baumwollsocken eindeutig nach Punkten!

Bildquelle: bigstock-Dl-109840784-by-Andrey_Kuzmin

 

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *