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Des Kaisers neue Schuhe

Des Kaisers neue Schuhe

Elf oder mehr Spieler, die in der Umkleidekabine nach einem Fußballmatch die Schuhe ausziehen. Da steht auch dem hartgesottesten Trainer der Fußschweiß auf der Stirn. Abhilfe versprechen die von Franz Beckenbauer entworfenen unsichtbaren Anti-Fußschweiß Schuhe, ein Produkt, das frischen Wind in die Umkleidekabinen der Kicker bringen wird.

„In meiner aktiven Zeit, bei der EM 72, der WM 74 und den anderen Spielen, ist mir das selbst gar nicht so aufgefallen“, wundert sich der Kaiser. „Dabei muss das doch damals schon furchtbar gestunken haben. Aber wenn du selbst dran beteiligt bist, merkst du das wahrscheinlich gar nicht.“
Nachdem die Hemmschwelle, über dieses heikle Thema zu sprechen, erst einmal überwunden ist, gerät der Franz ins Plaudern.
„Später war ich ja selbst Nationaltrainer. Da hat es mir dann so richtig in der Nase gestochen. Bei der WM 90 in Italien habe ich es dann gar nicht mehr ausgehalten. Besonders der Brehme und die Tante Käthe, also nein, da mag ich jetzt lieber kein weiteres Wort drüber verlieren. Aber eigentlich muss ich denen ja richtig dankbar sein, denn die beiden haben den Anstoß gegeben, dass ich mich hingesetzt und den Anti-Schweißfußschuh entworfen habe.“

Zwei Innovationen, ein Flop

Was das innovative Beckenbauer-Produkt ausmacht, sind die beiden Kernstücke „Breitner“ und „Netzer“. Während letztgenannte Komponente aus einem extrem fein gewobenem Vlies besteht, dessen für das menschliche Auge unsichtbare Duftfasern auch strengste Gerüche neutralisieren, handelt es sich beim „Breitner“ um einen effizienten und visuell ebenfalls nicht wahrnehmbaren Zehenspreizer. Der verhindert, dass die Fußzehen zusammenkleben und sorgt für einen ungehinderten Schweißabfluss.Das erste, zu jener Zeit noch für alle sichtbare Modell, konnte zwar dadurch überzeugen, dass es die Geruchsbelästigung spürbar reduzierte, dennoch fand der Schuh nicht die gewünschte Verbreitung.
Die Frage war, warum dieses doch so innovative Produkt nicht die Akzeptanz fand, die es verdient hatte. Beckenbauer war klar, dass ihm nur eine ausgedehnte Feldforschung Aufschluss über die wahren Gründe der zögerlichen Nachfrage nach dem revolutionären Fußballschuh geben würde. Ausgerüstet mit Nasenklammer und Dufttüchern begab sich der Kaiser noch einmal in die von ihm längst verlassen geglaubten Orte seiner aktiven Spielzeit und damit auf eine für ihn persönlich höchst emotionale Reise in die eigene Vergangenheit.

Franz Beckenbauer bei der Präsentation seiner neuen Anti-Schweißfuß Schuhe
Franz Beckenbauer bei der Präsentation seiner neuen Anti-Schweißfuß Schuhe

Der Kaiser perönlich forscht nach Lösungen

In den Umkleidekabinen nahm sich Beckenbauer die Mitglieder der jeweils dort anwesenden Elf vor. Zunächst in ihrer Gesamtheit, dann jeden Mitspieler einzeln. Leicht war es nicht, etwas Vernünftiges aus den Mündern der Profis herauszubekommen. Irgendwann, zwischen Aussagen wie „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“ und „erst haste kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu“, fand sich aber doch der ein oder andere Hinweis, der den Kaiser zum eigentlichen Problem führte.

„Wer sich als Schweißschuhträger outet hat die Arschkarte“, erklärte unter anderem ein Spieler, der namentlich nicht genannt werden will. „Der gilt als der größte Stinkefuß von allen und darf sich das von den Kameraden dauernd anhören. Da ist die Meute unerbittlich, das weiß jeder.“

Diese Begründung leuchtete dem Kaiser sofort ein. Eine Lösung hatte er schnell parat, sie umzusetzen, schien jedoch nahezu unmöglich. Es folgte die Zeit in seiner Karriere, die nur lückenhaft belegt ist. Zwischen den Weltmeisterschaften 1990 und 2006 tüftelte Beckenbauer im stillen Kämmerlein vor sich hin. Die Jahre waren geprägt von Rückschlägen, kaiserlichen Wutausbrüchen und Perioden tiefster Verzweiflung. „Mehrmals war ich kurz davor, den Kram endgültig hinzuschmeißen“, gesteht Beckenbauer. „Ohne den Fortschritt in der Mikrofasertechnik wären die Schuhe nicht denkbar“, sagt er und sieht dabei richtig glücklich aus.

Zur Fußball WM im Jahre 2022 in Katar, so sie denn dort überhaupt noch stattfinden wird, sollen die Schweißfußschuhe allen teilnehmenden Mannschaften zur Verfügung stehen. Nach Meinung vieler Experten ist das der optimale Zeitpunkt für die Premiere der Schuhe. Schließlich wäre bei Temperaturen um die fünfzig Grad Celsius die Gefahr schwindelerregenden Schweißgeruchs trotz aller klimatisierten Zonen extrem hoch.

Mit seinen Anti-Fußschweiß Schuhen leistet Franz Beckenbauer einen weiteren großen Beitrag für den Fußball. Spätestens damit ist ihm nicht nur ein Platz, sondern der Vorsitz im Fußball-Olymp sicher. Die Präsentation findet heute, am 1. April 2016 in der FIFA-Zentrale in Zürich statt.

Bildquelle: wikipedia-by-Immanuel_Giel

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