Prävention gegen Schweißfüße / Ratgeber

Barfuß durch den Sommer

Das Barfußlaufen erlebt eine Renaissance – ein neuer Gesundheitstrend ist geboren

Unsere Vorfahren im Mittelalter und weit davor liefen die meiste Zeit barfuß durchs Leben, was zu diesen Zeiten völlig normal war, da es die Menschen nicht anders kannten. Sie liefen meist auf weichen Böden, wie z. B. im Wald, auf Wiesen oder auf Lehmboden. Erst seit wenigen hundert Jahren packen wir unsere Füße in Schuhe, die nicht immer bequem sind und zu unzähligen Fehlstellungen führen können.

Die menschlichen Füße bestehen aus 30 Knochen, fast 30 Gelenken, 60 Muskeln sowie mehr als 100 Bändern und über 200 Sehnen. Sie sind ein wahres Meisterwerkt, das den Mensch Tag für Tag durchs Leben trägt. Leider werden die Füße fast den ganzen Tag in Schuhe gepackt und es besteht kein direkter Kontakt mehr zum Untergrund, wie noch vor einigen hundert Jahren.

Familienausflug im Sommer - gerne auch barfuß. Das liegt im Trend!
Familienausflug im Sommer – gerne auch barfuß. Das liegt im Trend!

Dabei ist das Barfußlaufen optimal für den Fuß, da die Gewichtsbelastung beim Gehen gleichmäßig über den ganzen Fuß verteilt wird. Wellenartig bewegt sich die Belastung dabei von hinten nach vorne, d. h. durch den gesamten Fuß. Dabei sind alle 60 Muskeln und 214 Sehen im Einsatz, die einen weichen und angenehmen Bewegungsablauf möglich machen. Mit Schuhen ist dieser Bewegungsablauf meist nicht möglich, da diese den Fuß viel zu sehr stützen. Die Folge ist, dass die Muskeln und Sehen nicht mehr so sehr gefordert werden und damit die Gefahr besteht, dass diese verkümmern. Schmerzhafte und unschöne Deformationen und Fehlstellungen der Füße treten als Folgeschäden auf. Viele Menschen leiden unter Knick-, Spreiz-, Senk- oder Plattfüßen und sind auf das Tragen von Einlagen in den Schuhen angewiesen.

In der heutigen Zeit, in der asphaltierte Straßen die Infrastruktur bilden, ist kaum jemand zu sehen, der barfuß durch die Straßen läuft. Viel zu viele Gefahren werden beim Laufen ohne Schuhe befürchtet, als dass die Menschen ohne schützendes Schuhwerk auf die Straße gehen würden. In den letzten Jahren allerdings hat sich auch in Deutschland ein Trend entwickelt, das sogenannte Barfußwandern, was hauptsächlich im Sommer praktiziert wird. Denn glaubt man den Befürwortern dieses Trends, dann bedeutet das Barfußlaufen durch die Natur viel mehr, als einfach nur die Schuhe auszuziehen.

Barfuss auf Pfaden mit verschiedneen Untergünden regt die Sinne an und verhindert Schweißfüsse!
Barfuss auf Pfaden mit verschiedneen Untergünden regt die Sinne an und verhindert Schweißfüsse!

Leider haben es die meisten Menschen heute verlernt, ganz natürliche Dinge zu tun, wie das Barfußlaufen oder auch das Wandern in freier Natur. Immer mehr spezielle Barfußwanderwege bzw der sog. Barfußpfad werden angelegt und auch eigens dafür organisierte Wandertouren werden angeboten. Der Mensch erlebt durch das Wandern ohne Schuhe den Boden unter sich viel intensiver und stimuliert dabei die vielen tausend Nervenenden, die sich auf den Sohlen der

Füße befinden. Wer nicht eine ganze Wandertour barfuss bewältigen möchte, der kann einen Barfußpfad oder einen Barfußpark besuchen, die mit vielen verschiedenen Untergründen ebenfalls Entspannung für die Füße versprechen.

Die Vorteile des Barfußlaufens

Das Barfußlaufen im Sommer bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, die dem menschlichen Körper ganzheitlich zugutekommen. Es sind die folgenden:

 

  • Die Durchblutung wird deutlich verbessert, was sich auch auf die Beine auswirkt
  • Die Knochenstruktur wird aufgebaut und gekräftigt
  • Die Fußmuskulatur wird gestärkt
  • Die Spreizung der Zehen
  • Die Verbesserung der Körperhaltung, durch eine automatische Gewichtsverlagerung auf den Vorfuß
  • Die Stimulierung der Füße durch den Untergrund wirkt wie eine Fußreflexzonenmassage
  • Fehlstellungen der Füße werden positiv beeinflusst
  • Stressabbau
  • durch die Abhärtung kann Erkältungen vorgebeugt werden
  • die Füße sind vor Bakterien besser geschützt, da sie sich nicht im feuchtwarmen Milieu von Schuhen befinden

 

Für wen eignet sich das Barfußlaufen im Sommer?

Grundsätzlich sollte jeder Mensch ab und zu barfußlaufen, denn die Vorteile, die sich daraus ergeben übertreffen auf jeden Fall die möglichen Nachteile. Besonders Kinder und Jugendliche profitieren vom Laufen ohne Schuhe. Ihre Füße befinden sich noch in der natürlichen Entwicklung und das gesunde Trainieren des Bewegungsapparates beugt Fehlstellungen und Deformationen vor. Allerdings muss dabei in Betracht gezogen werden, dass die kindliche Haut weitaus empfindlicher an den Füßen ist als bei Erwachsenen. Das Laufen ohne Schuhe sollte demnach nur in sicheren Bereichen stattfinden. Erwachsene, deren Füße bereits Fehlstellungen aufweisen, sollten das vermehrte Barfußlaufen im Vorfeld mit ihrem Orthopäden abklären, bevor es auf eine Wanderung ohne Schuhe geht. Auch Diabetiker und Personen mit Gefäßkrankheiten sollten nur bedingt barfußlaufen, denn das Schmerzempfinden ist bei Betroffenen oft gestört, sodass Verletzungen nicht sofort registriert werden.

Wann sollte das auf das Barfußlaufen besser verzichtet werden?

Barfuß laufen macht im Sommer nicht nur Spaß, sondern ist auch extrem gesund für Füße und den gesamten Körper
Barfuß laufen macht im Sommer nicht nur Spaß, sondern ist auch extrem gesund für Füße und den gesamten Körper

Das Barfußlaufen eignet sich allerdings nicht in jeder Situation in der modernen Welt. Manche Berufe setzten voraus, dass Menschen Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen tragen, da schwere Gegenstände ansonsten beim Herabfallen die Füße schädigen könnten, wie z. B. in der industriellen Produktion, auf Baustellen oder bei Holzfällarbeiten. Auch in Situationen, in denen auf besondere Hygiene geachtet werden muss, ist es wichtig, dass Schuhe getragen werden. Wenn ein Chirurg barfuss im Operationssaal stehen würde, wäre die Hygiene nicht mehr gewährleistet. Das gleiche gilt auch für das Lebensmittelhandwerk, wo die Angestellten spezielle Schutzkleidung tragen, um Verschmutzungen an Lebensmitteln zu verhindern. Im geschäftlichen Bereich könnte das Barfußlaufen Kunden oder Geschäftspartner mitunter sehr verunsichern, da es nicht dem heutigen Modegeschmack entspricht.

Sicherlich ist es sinnvoller das Barfußlaufen im Sommer zunächst auf die Freizeit und das Privatleben zu beschränken, da sich dort die besten Gelegenheiten bieten. Das Laufen ohne Schuhe in der Stadt kann aufgrund von Verschmutzungen, wie Scherben oder Metallstücken, schnell zu Verletzungen führen. Wald und Wiesenwege eignen sich deshalb für weniger trainierte Barfußläufer am Anfang besser.

Wirkt sich das Barfußlaufen positiv auf Schweißfüße aus?

Die Beschwerden von Schweißfüßen können mithilfe des Barfußlaufens teilweise gemindert werden. Schweißfüße entstehen meist dann, wenn sich die Füße den ganzen Tag über in Schuhe befinden und darin ein feuchtwarmes Klima herrscht. Betroffene Personen sollten öfters mal die Schuhe ausziehen und das Barfußlaufen genießen. Dadurch wird verhindert, dass sich durch die Feuchtigkeit im Schuh Bakterien und Mikroorganismen bilden, die den unangenehmen Geruch der Schweißfüße verursachen. Durch das Laufen ohne Schuhe wird zusätzlich die Hornhaut an den Füßen stetig abgerieben, die ansonsten ein idealer Ort für Bakterien ist. Außerdem findet durch die Gerbstoffe im Humus eine Stärkung des Säuremantels der Haut statt, der dadurch auftretenden Keime besser abwehren kann. Frische Luft an den Füßen macht diese gesünder und auch widerstandsfähiger, was einen klaren positiven Effekt auf Schweißfüße hat.

 

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